|

 |
 |
2009
multiple pulse –
a tribute to Alice Coltranec
Stephan-Max Wirth Ensemble
(BOS.REC.224-09 / JARO)
Stephan-Max Wirth: tenor saxophone, soprano saxophone
Jaap Berends: guitar, kora, mbira
Henning Wolter: piano
Bub Boelens: doublebass
Marcel van Cleef: drums
guest:
Maria Magdalena Wiesmaier: cello
|
 |
2006
DADA Republic
Stephan-Max Wirth Ensemble
/ ballettKIEL
(BOS.REC.222-08 / JARO)
Stephan-Max Wirth: Musik
Mario Schröder: choreographisches Konzept
Michael Carstens: Film Konzept
Stephan-Max Wirth Ensemble
Stephan-Max Wirth: Tenorsax
Bene Aperdannier: Fender Rhodes
Jaap Berends: Guitar
Bub Boelens: Bass
Marcel van Cleef: Drums
Tänzer des BallettKIEL
Anne-Marie Warburton
Tina Slabon
Stefan Späti
Isis Calil de Albuquerque
Ayumi Sagawa
Idee: Stephan-Max Wirth / Anke Hopfengart
|
 |
2004
Illumination
Stephan-Max Wirth Ensemble (BOS.REC.216-04
/ Jaro)
Stephan-Max Wirth, ts
Simon Jakob Drees, throat singing
Julia Hülsmann, fender rhodes
Frank Wingold, guitar, sitar
Stefan Weeke, b
Marcel van Cleef, dr
guests:
Martina Gassmann, backing vocals
Eddy Cichosz udu, video
|
| |
1.Illumination 2.Seven O
3.Desert Walk 4.Week E 5.Lisboa 6. Johnny Rook 7.Delicious
composed and arranged by Stephan-Max Wirth |
| |
Diese CD ist über den Vertrieb Jaro Medien GmbH direkt
bestellbar unter: http://www.jaro.de/ |
| |
Pressetext ILLUMINATION
Das Warten hat sich gelohnt! Stephan-Max Wirth hat mit seiner
neuen CD Illumination ein energetisch geladenes Meisterstück
eingespielt. Bei seinen Livekonzerten europaweit häuften
sich die Nachfragen nach einer neuen CD. Jetzt ist es endlich
so weit!
Ausschließlich wieder mit Eigenkompositionen des Bandleaders
wartet diese CD mit einer ganzen Riege erstklassiger Jazzmusiker
auf. Ausnahmslos alle zeichnen sich durch eigene Bandleadertätigkeit
aus, was einen zusätzlich positiven Nebeneffekt hat: Freiräume,
durch die kompositorische Anlage der Stücke bewusst geschaffen,
werden vielfältig mit unterschiedlichsten Attitüden der
Musiker gefüllt.
Stephan-Max Wirth gibt mit seinem unverwechselbaren Tenorsound
den Ton dieser CD an. Wo andere zum Alt- oder Sopransaxophon
greifen, braucht er nur ein Instrument – sein „King Super
20 Silver Sonic“. Die plastischen Klangkaskaden seiner Soli
fordern in Rhythmus und Dynamik seine Mitmusiker zu Höchstleistungen
heraus. Dass sich Stephan-Max Wirth dabei so richtig wohl
fühlt, ist natürlich kein Wunder, da doch die Kompositionen
aus seiner Vorstellung und Feder stammen. Dort im Kopf entstand
auch die Idee, Obertongesang als zusätzliche Komponente
in die Harmonisierung mit einzubeziehen.
Simon Jakob Drees studierte in unterschiedlichen asiatischen
Ländern traditionellen Kehlkopfgesang und ist mittlerweile
ein Meister auf seinem Gebiet. Der Obertongesang wird kompositorisch
so gut in die Musik integriert, dass die Klänge mit der
instrumentalen Ebene verschmelzen und einen neuen Sound
im Modern Jazz entstehen lassen.
Mit Julia Hülsmann - durch das Projekt „Skattering poems“
mit Rebecca Bakken bekannt - spielt die interessanteste
Jazzpianistin Deutschlands auf dieser CD mit. In virtuosen
Soli zeigt sie ihr Können auf dem Rhodes. Gerade der elektronische
Sound eignet sich hervorragend für eine Vielfarbigkeit von
übereinandergeschichteten Klangflächen, die durch ein perkussives
Spiel eruptionsartig aufgebrochen werden.
Genau diese Klangflächen durchziehen die CD wie einen ?_roten
Faden. So eröffnet auch der Bassist Stefan Weeke mit seinen
zusätzlichen Farben aus eingespielten Loops eine weitere,
tiefgründige Ebene. Bekannt geworden durch die Jazzformation
„Triocolor“ führt er hier eindrucksvoll die Vielseitigkeit
seines Instrumentes vor. Durch sein experimentelles Bass-Spiel
scheint man in die Tiefen eines Ozeans gezogen zu werden,
um sich am Grunde einer unbekannten und faszinierenden Welt
wiederzufinden.
Auch Frank Wingold bringt mit seinem eigenständigen Gitarrensound
eine zusätzliche neue Färbung in die Ensemble-Formation.
Schwebende, blasenwerfende Klänge bilden eine spezifische
Grundierung, die je nach Komposition von virtuosen Strukturen
bis hin zu rockigen Gitarrenriffs gesteigert wird oder aber
auch durch den Klang der Sitar in exotische Welten entführt.
Marcel van Cleef gehört in den Niederlanden zu den gefragtesten
Drummern dieser Zeit und ist in Deutschland leider viel
zu selten zu hören. Bei den meisten Stücken sucht man vergeblich
nach dem Namen des Percussionisten – Marcel van Cleef vereint
beide Parts in einer Person und imponiert mit raffinierten
Rhythmusverschiebungen.
Als Gäste mit dabei sind die Sängerin Martina Gassmann,
die die Zuhörer mit ihrer tiefen souligen Stimme zurück
in die Zeit der 70er Jahre versetzt und der Percussionist
Eddy Cichosz, der mit seiner Udu die eigenwillige Wüstenpromenade
von „Desert Walk“ unterstützt. Von ihm stammt auch der Video
Bonus Track, der einen Eindruck der kreativen Schaffenstage
im Studio vermittelt.
Mit dieser CD gelingt dem Stephan-Max Wirth Ensemble ein
Meisterwerk, dass keine Kompromisse eingeht. Die Kompositionen:
Perfekte Passpartouts – die Instrumentierung: Die beste
Grundierung – die Musiker: Fantastische Farbspiele – der
Gesamtklang: Ein Firnis, der alles in besonderem Glanz erleuchten
lässt – Illumination pur!
Pressestimmen ILLUMINATION
Mitreißender Mix: Zwischen Jazz und
Rock: Stephan-Max Wirth Quartett
(Konzert in Villingen-Schwenningen am 25. März 2006)
Oft gilt ja der Prophet im eigenen Lande wenig. Das trifft
auch auf den Saxofonisten Stephan-Max Wirth zu: Aufgewachsen
in Tettnang zog es ihn - wie viele junge Musiker - zum Studium
nach Holland und dann weiter nach Berlin, wo er seit einigen
Jahren mit ausgefallenen Ideen und Projekten aufhorchen
lässt, während er in seiner Heimatregion nur selten zu hören
ist.
Am Samstagabend präsentierte der 37-jährige Bläser sein
Quartett im Villinger Jazzkeller und begeisterte die zahlreichen
Zuhörer mit einem packenden musikalischen Gebräu aus Jazz
und Rock und Weltmusik. Am Drumset sitzt mit Marcel van
Cleef ein Holländer, der nicht nur in seinem Heimatland
äußerst gefragt ist und in Rockbands ebenso selbstverständlich
spielt, wie in Jazzformationen. Der Berliner Stefan Weeke
ist ein vielseitiger Bassist, der im Jazzkeller eine akustische
Bassgitarre mit ungewöhnlich warmem Sound erzeugt. Anstelle
der angekündigten Pianistin Julia Hülsmann ist der holländische
Gitarrist Jaap Berends dabei, dessen Improvisationsfreude
an diesem Abend kaum zu bändigen ist.
Stephan Max Wirth ist der Impulsgeber und Komponist dieser
Musik, die voller Dynamik steckt und an die ungestümen Bands
erinnert, die Ende der 60er Jahre die Grenzen zwischen Jazz
und Rock auszuloten versuchten. Durchweg bleibt sehr viel
Raum für Improvisationen, die von den vier Musikern spannungsgeladen
und engagiert umgesetzt werden. Und hier kommt vor allem
Gitarrist Berends zum Zuge, dessen erstaunliche Virtuosität
aufhorchen lässt. Ingesamt präsentiert das Quartett ein
Feuerwerk an eigenständigen Klängen. Kein Wunder, dass das
begeisterte Publikum die Musiker erst nach einer langen
Zugabe nur wehmütig entließen. (Friedhelm Schulz)
„Verschwende deinen Gestus“ - Jazzthing
11/ 2004 – 01/ 2005
Manchmal machen Musiker einen Quantensprung: Schon „Fish
& Monkey“, die letzte Platte vom Stephan-Max Wirth Ensemble
– in komplett anderer Besetzung – war erstaunlich gut, aber
auf „Illumination“ (Bos/Jaro), der neuen, klingt das SWE
wirklicher leuchtet. In langen Eigenkompositionen lassen
sich die sechs Musiker viel Zeit, um Magie zu erzeugen.
Basis des Sounds sind Julia Hülsmann am Fender Rhodes, sowie
der Gitarrist Frank Wingold, einigen vielleicht von Underkarl
bekannt. Die Musik erinnert an Alice Coltranes beste Platten
aus den frühen Siebzigern und natürlich an die vielen Live-Doppelalben
von Miles Davis aus eben dieser Zeit. Julia Hülsmann entspräche
dann Herbie Hancock – oops. „Das haben mir schon viele gesagt,
dass sich das so anhört“, meint Wirth „ aber ich muss sagen,
dass ich den elektrischen Miles kaum höre. Vorbild für mich
ist eher eine Platte wie Joe Hendersons „Multiple“ oder
die Sachen, die Isaac Hayes in den Siebzigern gemacht hat.“
Und das trifft´s dann wirklich – natürlich nicht im wörtlichen
Sinne. Denn es ist immer noch mehr oder weniger Modern Jazz,
was das SWE hier spielt, aber der verschwenderische Gestus,
den Hayes´ Platten wie „Hot Butterde Soul“ auszeichneten,
der wird eben auch auf „Illumination“ verströmt. „Von Julia
Hülsmann am Fender Rhodes bin ich auch hin und weg“, kann
Wirth sich begeistern. „Dabei ist es nur ein geliehenes
Instrument, aber eben brillant eingestellt. Diese wabernden
Sounds, die macht Julia, glaube ich, mit dem Boost-Hebel.
Frank Wingold kenne ich schon lange, er ist ja mit Martina
Gassmann befreundet, die Backing Vocals beisteuert.“ Die
hohe Qualität der Wirthschen Musik hat nun auch der Berliner
Senat erkannt: Er wählte das SWE für die Projektförderung
Jazz 2004 aus. Nun können wir uns darauf freuen, die hypnotischen
Soundscapes bald auch live auf der Bühne zu erleben. Einen
Vorgeschmack gibt der Video-Bonus-Track, der auf „Illumination“
enthalten ist. (Rolf Thomas)
Viel Melancholie im Ton – klar, gelassen,
nachhaltig
Südwestpresse Reutlingen/ 24.11.2004 Konzert/ Stephan-Max
Wirth Ensemble im Jazzclub „Mitte“
Reutlingen Ein verrückter Haufen: Der Berliner Saxofonist
Stephan-Max Wirth betrat mit einem orangefarbenen Kleid
die Bühne des Reutlinger Jazzclubs „Mitte“. Ebenso abgefahren
wie das Outfit gestaltet sich dann der Auftritt, der zu
einer eindrucksvollen Leistungsshow geriet. Sein „King Super
20 Silver Sonic“-Tenorsaxofon klingt stets abgeklärt, cool
und gleichzeitig überschäumend kraftvoll. Fast scheint es,
als spiele er Variationen des immergleichen Grundmotivs,
doch wer das mit Langeweile verwechselt, hat Stephan-Max
Wirth noch nie offene Ohren geschenkt. Polyrhythmische Strukturen
und dynamische Feingliederungen, balladeske Exkurse und
Momente der Reduktion verschaffen den Kompositionen dieses
Ensembles eine intensive Dramaturgie. Die Eigenkompositionen
des neuen Albums „Illumination“ wirken komplex, manchmal
sperrig, dann wieder sehr melodiös. Melancholie schwingt
in ihnen mit, selten auch Tristesse. Bernd Heizler am Bass
und der Holländer Marcel van Cleef am Schlagzeug ertasten
einen Rhythmus, den sie nur andeuten. Henning Wolter stößt
am Klavier selbstbewusst in die Freiräume, füllt sie mit
einem feinen, manchmal auch expansiven Ton. Und über alldem
liegt Wirths Tenorsaxofon – so vielschichtig, so klar und
gelassen wie nur wenige im deutschen Jazz. Hartnäckigkeit
zeichnet seine Musik aus. Sie ufert nicht aus, sondern arbeitet
sich präzise und nachhaltig an ihrem Kern, ihrer Seele ab.
Kompositionen wie „November Morning“ oder „Lisboa“ sind
vielschichtig und faszinieren, gerade weil sie merkwürdig
und sperrig sind. Kein leichtes, ein den Hörer forderndes,
aber fraglos lohnendes Konzert. Der Beifall in der „Mitte“
viel dementsprechend aus.
„Spannungsreiche Interpretationen“
Laut.Stark, 6.11.2004
Dem Genre „Modern Jazz“ innovative Aspekte hinzuzufügen,
gelingt heutzutage nur wenigen Jazzmusikern. Zu historisch,
zu ausgelotet und zu tradiert erscheint diese in der Nachkriegszeit
begründete Spielart des Jazz, die in den 70er Jahren zu
großen Ehren gelangte, als die Elektronik Einzug in das
Equipment von Herbie Hancock, Miles Davis und vielen anderen
hielt. In der risikofreudigen Tradition dieser 70er wurzelt
auch „Illumination“, das 2004er Album des Stephan-Max Wirth
Ensembles. Zusätzlich zur Standardbesetzung Bass, Drums,
Gitarre und Rhodes sorgt auf „Illumination“ vor allem der
Obertongesang von Simon Jakob Drees für Aufsehen. In einem
folkfreien Jazz-Kontext fast einzigartig, entfaltet seine
Kehlkopfkunst eine faszinierende Atmosphäre. Sitar- und
Uduklänge runden das ereignisreiche Hörerlebnis ab. Obwohl
sich das Gesamtkonzept – bis auf Sitar, Udu und Obertongesang
– recht herkömmlich präsentiert, hält das Stephan-Max Wirth
Ensemble den traditionsreichen Modern Jazz im neuen Jahrtausend
quicklebendig. Mit aussagekräftigen Themen, in Aufbau und
Intensität spannungsreichen Improvisationen und elegant
strukturierten Arrangements überzeugen sie auf CD ebenso
wie live. Mit von der Partie ist neben der aufstrebenden
Pianistin Julia Hülsmann, die letztjährig mit „Scattering
Poems“ (in Zusammenarbeit mit Rebekka Bakken) einigen Staub
aufwirbelte, auch Bassist Stefan Weeke, der mit der Jazzformation
„Tricolor“ bereits auf sich aufmerksam machte.
Der Weg ist beim Stephan-Max Wirth
Ensemble das Ziel
Kieler Nachrichten, 9.11.2004
Der Weg ist beim Stephan-Max Wirth Ensemble das Ziel: Auf
einem gemeinsam vorgestellten Thema aufbauend, setzt jeder
der Akteure feine Akzente, zieht eigene Bahnen, um schließlich
wieder ins Bandgefüge zurück zu finden. Der 36-jährige Bandleader
am Tenorsaxofon nutzt in den Eigenkompositionen den gebotenen
Raum für die ganze Bandbreite von Stimmungen, mal mit weichem,
sehnsüchtigem Ton (Illumination), mal rauchig oder herrlich
schräg (Seven). Julia Hülsmann glänzt am Fender Rhodes mit
wabernden Sounds, während Frank Wingold (Gitarre, Sitar),
Stefan Weeke (Bass) und Marcel van Cleef an den Drums für
weitere geschichtete Klangflächen sorgen. Modern Jazz, der
an Isaac Hayes oder die Miles Davis-Platten der frühen Siebziger
erinnert und doch völlig eigenständig bleibt. Am 24. November
übrigens gastiert das SWE live im Luna.
Modern Jazz mit Profil
Der Schallplattenmann, 15.11.2004
Ob einem beim Hören von „Illumination“ gleich die Erleuchtung
ereilt, wie man aufgrund des Titels hoffen könnte, darf
bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz ist das siebte Album
des Tenorsaxophonisten eine spannende Angelegenheit: Durchdrungen
vom Geist der 1970er Jahre, aber eigenständig genug, um
angenehm aus dem Rahmen zu fallen. Außergewöhnlich ist natürlich
der Obertongesang von Simon Jakob Drees, der lautmalerisch
eingesetzt wird wie ein Instrument und den man (oder zumindest
ich) in einem jazzigen Kontext noch nicht gehört hat. Die
Pianistin Julia Hülsmann, bekannt u.a. durch ihre Zusammenarbeit
mit Rebekka Bakken, bereichert mit ihrem Fender Rhodes den
Gesamtsound enorm: Funky grooves und meditative Lautmalerei,
dazu eine kreative Rhythmusgruppe und die schmissigen Themen
des Bandleaders. Kluge Kopfarbeit, aber der Bauch hat Vorfahrt.
Lang erwartet: Stephan-Max Wirth „Illumination“
Web.de, 14.11.2004
Das lange Warten hat ein Ende. Stephan-Max Wirth, europaweit
bekannt durch seinen unverwechselbaren Tenorsound, hat eine
neues Jazzalbum veröffentlicht. „Illumination“ heißt die
Scheibe, die ausschließlich mit Eigenkompositionen des Bandleaders
aufwartet.
Die Klangkaskaden seiner Soli fordern in Rhythmus und Dynamik
seine Mitmusiker zu Höchstleistungen heraus. Diese nehmen
den Spielball gerne auf, verfügen sie doch alle selbst über
Erfahrungen als Bandleader. Und so füllen sie sich auftuende
musikalische Freiräume mit unterschiedlichsten Attitüden.
Das sich Stephan-Max Wirth bei diesem Projekt wohl fühlt,
ist fast schon hörbar. Doch es ist auch kein Wunder, denn
Idee und Realisierung lag in einer Hand. In seinem Kopf
entstand auch die Vorstellung, Obertongesang als zusätzliche
Komponente in die Harmonisierung mit einzubeziehen, was
Simon Jakob Drees mit Leben erfüllt.
Als Gäste sind zu hören die Sängerin Martina Gassmann –
bekannt durch ihre tiefe Soulstimme, die an die 70er Jahre
erinnert – und Percussionist Eddy Chichosz.
Übrigens wurde das Album von der Berliner Senatsverwaltung
für Wissenschaft, Forschung und Kultur für die Projektförderung
Jazz 2004 ausgewählt. Viele Ansatzpunkte, die die betreuende
PR-Agentur zu dem Fazit führte: „Mit dieser CD gelingt dem
Stephan-Max Wirth Ensemble ein Meisterstück, das keine Kompromisse
eingeht. Die Kompositionen: Perfekte Passpartouts – die
Instrumentalisierung: Die beste Grundierung – die Musiker:
Fantastische Farbspiele – der Gesamtklang: Ein Firnis, der
alles in besonderem Glanz erleuchten lässt – Illumination
pur!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Stephan-Max Wirth Ensemble: Illumination
Jazzzeitung,12/04
Im Ensemble mit erstklassigen und auch selbst führenden
Bandleader/-innen (u.a. Julia Hülsmann, Simon Jacob Drees,
Marcel van Cleef oder Stephan Weeke) fächert Stephan-Max
Wirth mit Eigenkompositionen wieder einmal einen völlig
anderen Jazz auf. Das klingt diesmal schwerelos, wenn auch
nicht freiräumig. Stephan-Max Wirth und Kollegen bleiben
schon in den Bahnen, die Wirths Kompositionen vorgeben,
komischerweise ergibt es sich im Zusammenspiel dann doch,
dass jeder der ihn begleitenden Musiker sein Können, seinen
Stil und seine Improvisation einbringt. Wie jene mit ihren
Instrumenten dem Wirth`schen Tenorsaxophon folgen ohne hörig
zu sein, mutet direkt sagenhaft an. Ja, das Stephan-Max
Wirth Ensemble vermittelt musikalische Farben und wenn ein
Album schon illuminierend sein soll, dann kann man sich
mit dem vorliegenden Farbton des Stephan-Max Wirth Ensembles
bestens arangieren. Saxophon-Jazz ohne Zwang. Ungeheuerlich!
Stephan-Max Wirth: Illumination
Jazzthetik, Dez 04/ Jan 05
Stephan-Max Wirth ist ein Phänomen, immer wieder gut für
Überraschungen, das eine zu tun und das andere aber auch.
Vor einer Dekade schon nahm der in Tettnang geborene, nunmehr
in Berlin lebende Saxofonist deutsche Songs als Grundlage
bopiger Jazzimprovisationen im 60er-Jahre-Stil, später französische
Chansons unter seine Fittiche. Auf „Illumination“ einem
neuen Streich wider die Borsten des Gewohnten, hat er sich
erneut auf die 60er Jahre geworfen – diesmal aber auf jene
Zeit, in der Miles Davis seine frühelektronischen Exkursionen
wagte. In der Tat hält sich Wirth nicht nur in der zeitlichen
Ausbreitung an die „Elektroklassiker“, er hat zudem seinen
Shorter gut studiert. Und auch seine Mitmusiker – insbesondere
„die gehypte Hip der Jetztzeit“, Pianistin Julia Hülsmann
an den Fender Rhodes, Basser Stephan Weeke und Gitarrero
Frank Wingold – stehen stilistisch eng zu den Helden des
frühen Jazzrock: und diesen wenig nach. Ähnlich wie zu Originalzeiten
ziehen die Musiker lange Außenbahnen, Spielfreude und das
Spiel miteinander stehen im Vordergrund. In der Aufbruchsstimmung
der Endsechziger versuchte es ja auch so mancher mit der
Hinwendung gen Osten. Klar, dass eine Sitar auch auf Illumination
freundlich Hallo sagt. Freilich wäre Wirth nicht Wirth,
wenn er mit dem Kehlkopf- und Obertonsänger Simon Jakob
Drees nicht ein besonderes Schmankerl aufzubieten hätte.
Perfekt in den Gesamtsound integriert, sorgt dieser nicht
nur für ein exotisches Moment, sondern kann den sich zuweilen
in alle Himmelsrichtungen gleichzeitig entwickelnden Stücken
durchaus einen persönlichen Stempel aufdrücken. Wirth selbst
lässt es technisch und musikalisch an nichts fehlen, steuert
zudem eine persönliche , sehr melodisch-charmante Note zum
Gelingen bei – seine große Stärke: Etwas Bekanntes zu nehmen,
es zu bewahren und eine kleine Nuance zu verändern.
„Von musikalischer Neugierde getrieben“
Kreuzer Leipzig, 11/2004
(...) Von vergleichbarer musikalischer Neugierde getrieben
scheint der von Berlin aus agierende Saxofonist Stephan-Max
Wirth. Er bereichert sein Ensemble – bestehend aus gestandenen
Musikern der deutschen Szene – durch exotische Klangfarben
wie Obertongesang oder Sitar. Ein bisschen erinnert „Illumination“
(Bos.Rec) dann an die Fusion-Welle der 70er Jahre – vor
allem während der vorhanden Länge des Albums. Insgesamt
gelang Wirth jedoch eine bemerkenswerte CD, die mit ihrem
Groove und ihren Ideen eine Ahnung von der starken Live-Präsenz
des Stephan-Max Wirth Ensemble vermittelt. Interessanter
frische Jazz aus Deutschland.
Stephan-Max Wirth Ensemble: Illumination
Rondo, 06.12.2004
Die CD heißt „Illuminatin“, die Besetzungsliste umfasst
unter anderem neben einem Kehlkopfsänger einen Sitar-Spieler,
und auf der Hülle hüpft der Bandleader mit einem roten Derwischgewand
samt Saxofon durch eine Dünenlandschaft. Alles klar, lautet
sofort das Verdikt, das wird jetzt sehr esoterisch. Doch
weit gefehlt: die Musik des Stephan-Max Wirth Ensembles
ist kein jämmerlich glimmendes Räucherstäbchen, sondern
ein mächtiges bengalisches Feuer. Wirth hat sein Zelt unweit
der Ashrams von Sun Ra, Pharaoah Sanders und Return to Forever
aufgeschlagen, dort predigt er seine Glaubensgewissheit
mit einem eigenen spitzen Tenor-Ton, dem man bisweilen auch
ein unfrommes Gekichere entnehmen kann. Das ist verständlich.
Denn der Spaß – und nicht die blasierte religiöse Erleuchtung
– steht bei „Illumination“ im Vordergrund. Man mag es dem
Videoclip entnehmen, der der CD eingebrannt ist. Dort wird
zum Space-Funk des Ensembles heftig kryptoindisch getanzt.
Man darf sich aber auch über die musikalische Werthaltigkeit
des Tonträgers freuen. Wirth hat nämlich eine tolle Kommune
im Studio versammelt: Julia Hülsmann, die dem Fender Rhodes
die Chick-Corea-Töne beibringt, Frank Wingold, der der E-Gitarre
überirdische Sphären-Sounds aus den Bünden schüttelt, schließlich
Stefan Weeke und Marcel van Cleef, die als Kontrabass-Schlagzeug-Gespann
entspannt die Kirche im Dorf lassen. Ach ja: Sitar und Kehlkopfgesang
passen sich übrigens perfekt in den ausgelassenen Jazzrock
ein. Darauf ein dreifaches Om-Om-Hurra.
|
| |
 |
 |
2001
FISH & MONKEY
Stephan-Max Wirth Ensemble (BOS.REC.206-01
/ Jaro)
Stephan-Max Wirth, ts
Martin Speight, p; rhodes
Konstantin Wienstroer, b
Wolfgang Roggenkamp, dr
Kevin Burrell, perc
guest: Jens Winther, tp
|
| |
1.agent provocateur 2.filles en
fleurs 3.fish & monkey 4.november morning 5.fragile 6.little
page 7.daydreamer 8.bar berlin 9.lafayette 10.fish´n
monkey (remix)
all compositions by stephan-max wirth; remix by jens scheuter,
berlin |
| |
Diese CD ist über den Vertrieb Jaro Medien GmbH direkt
bestellbar unter: http://www.jaro.de/ |
| |
Liner Notes fish & monkey von
Anke Hopfengart
tatort: ein schmuckes studio mit freundlicher atmosphäre
in berlin-kreuzberg tatverdächtige: eine gruppe verausgabungswilliger
jazzmusiker tatzeit: ein verschneiter märz im jahre 2001
der beginn eines krimis? nein, keineswegs, sondern eine
musikalische keimzelle die sich zu einer autarken turbozelle
entwickelt! wie konnte das passieren?
die vom bandleader stephan-max wirth eingeladenen gastmusiker
- jens winther und kevin burrell; treffen sich bei dieser
aufnahme nach dreizehn jahren im studio erstmals wieder;
zusammen spielten sie damals in den strassen von new york
und clubbten in den wichtigsten jazzbars der damaligen zeit,
heute hier morgen dort, überall brodelte es...
auch wenn sie jetzt, an diesem tag im märz, ganz neue kompositionen
von stephan-max wirth einspielen werden, so ist im studio
plötzlich diese spannung und das pulsierende leben jener
zeit zu spüren; der funke springt über ...
stephan-max hat sich mit dieser cd noch intensiver als bisher
vorgenommen, seine eigene vorstellung von jazzmusik zu vermitteln.
mit seinen kompositionen und arrangements gelingt es ihm
perfekt gäste und "alte crew" gleichermaßen zu umgarnen
und einzuwickeln.schon mit dem opener agent provocateur
rappelt, brodelt, surrt und summt es dem zuhörer um die
ohren. sofort ist man mitten im geschehen: man hört beglückt
die alternierenden soli von jens und stephan-max, die spielerisch
animierend und beruhigend aufeinander einwirken. das gibt
es also doch noch, einer gibt eine phrase vor, der andere
nimmt sie auf und modelliert sie weiter bis sie zum höhepunkt
der melodien gelangen und das werk an andere mitmusiker
abgeben.das folgende stück filles en fleurs verfaßte stephan-max
wirth als eine hommage an marcel proust und dessen werk
à la recherche du temps perdu; dem ist nichts hinzuzufügen,
ausser vielleicht, dass hier die liebe irgendwie mit im
spiel war...
mit dem titelsong fish & monkey beweist der bandleader dagegen
einmal mehr, dass es im jazz nicht zwangsläufig um liebe
und leid gehen muß, sondern auch mit humor und selbstironie
gespielt werden darf. die stücke zeichnen sich allesamt
durch eine hohe sensibilität für einprägsame melodielinien
aus. ausgiebige freiräume in den arrangements bieten den
musikern die möglichkeit, sich frei zu entfalten. eine glanzleistung,
wenn sich aufnahmen so live, so intensiv anhören! siehe/höre
november morning ein so kostbares stück wie fragil sollte
man nicht beschreiben wollen, weil es dadurch gefahr läuft,
zu zerbrechen und damit für andere unwiderruflich zerstört
wäre. also konzentrieren wir uns auf den kleinen fresszettel
little page, der beweist, dass man auch -oder gerade?- bei
einer kleineren besetzung wie saxophon, bass und drums;
keinerlei komplexität missen muss. alle drei spielen in
einer Art und Weise; als wollten sie elefanten-pfade in
einem djungel hinterlassen. Hier darf sich jeder gekonnt
ausbreiten und seiner ganz persönlichen spielwiese frönen.
mit bar berlin lassen wir nochmals die vergangene zeit revue
passieren. dabei wird an den verborgensten saiten eines
jeden einzelnen gestrichen ­p; das ursprüngliche duostück
wurde im studio spontan und sehr gefühlvoll durch den bassisten
konstantin wienstroer unterstrichen. dieser tiefe gestrichene
kontrabass versprüht jene eigene klangwelt, die einen ins
träumen geraten läßt...ein hauch von nostalgie?......
vielleicht, wären da nicht die spritzig frechen melodien,
die nur im zeichen eines neuen jahrhunderts entstanden sein
können. stephan-max bespielt sein tenor mal rauh und kratzig,
mal butterweich und warm, um sich dann, im nächsten augenblick
zu unglaublichen höhen hinaufzuschwingen. spielend entlockt
er seinem instrument in einer für ihn charakteristischen
weise töne, melodien, spannungsbögen und klangfarben allesamt
geprägt von einer beeindruckenden dynamischen Bandbreite.
spielfreude, spontanität, improvisationstalent und das richtige
miteinander bestimmen den puls der zeit. klänge vom rhodes
wechseln in lafayette akrobatisch mit dem piano ab. martin
speight lenkt hier intuitiv die tasten. man spürt ganz deutlich
die lange freundschaft und zusammenarbeit zwischen ihm und
stephan-max. der new yorker percussionist kevin burrell
und schlagzeuger wolfgang roggenkamp geben sich mit ihrem
spiel gegenseitig den rhythmus in die hand, die beiden bläser
im dialog - jeder weiß um den anderen und jeder hat hier
etwas zu erzählen.
den ausklang der cd bildet eine groovige lounge music. die
von jens scheuter bravourös gemixte fish 'n monkey version
hält einer prüfung in den angesagtesten bars dieser zeit
stand. auch hier gab es in der vorgeschichte ein wiedersehen
zweier freunde; jens (scheuter) und stephan-max; deren wege
sich nach jahren wieder in berlin kreuzen.
mit dieser platte entsteht in unseren köpfen eine so abwechslungsreiche,
spannende und kurzweilige geschichte, dass es ganz natürlich
ist, am ende die repeat taste zu drücken, mit dem einzigen
gedanken im kopf: switch it on and shake your jazz!!
|
| |
 |
 |
1999
Jazzchanson
20th century suite
Stephan-Max Wirth Ensemble
(double moon records)
Stephan-Max Wirth, ts/voc
Martin Speight, p
Konstantin Wienstroer, b
Christoph Hillmann, dr
Nr. 5 feat Mlle E. Chabrière
|
| |
1. Koffer in Berlin (Siegel) 2. Non,
je ne regrette rien (Dumont), Menhir 1 3. Honey, wenn Du Geburtstag
hast (Hollaender) 4. Dutch Feelings, Menhir 2 (Wirth) 5. Parole,
Parole (Ferrio) 6. Sans Chant (Wirth) 7. Menhir 3, Seidenduft
(Wirth) 8. Lola (Wirth) 9. Vivre avec toi (Aznavour) 10 Ne me
quitte pas (Brel) |
| |
Diese CD ist bestellbar unter: http://www.doublemoon.de/ |
| |
Liner Notes Jazzchanson von Karsten
Mützelfeld
Endlich. Die Heerscharen professioneller Etikettierungskünstler
haben Grund zu jubeln, die Dichter und Denker können
befreit aufatmen. Diesmal ist es ein Musiker, der einen neuen
Begriff prägt und somit die ganze terminologische Verantwortung
auf sich nimmt. Sich dessen bewußt, macht Stephan-Max
Wirth genau das Richtige: denn er öffnet nicht etwa eine
Schublade, um sich selbst hineinzulegen, in jenen hölzernen
Sarg der Kritiker, aus dem kein Freigeist entweichen soll.
Nein, "JAZZCHANSON" läßt viel zu viel
Raum für Assoziationen, wenn es eine Schublade ist, dann
steht sie zumindest offen. Da kommen eben nicht nur das Vokabular
und die Grammatik zweier Musiksprachen ins Bewußtsein,
die Gewißheit, was wir hören werden, wenn wir von
"Jazz" und "Chanson" lesen. Wir denken
an die Begegnung eines überwiegend instrumentalen Genres
mit einem vokalen. An den Einzug des Privaten, Intimen und
Unausgesprochenen in eine Musik, die als die unspoken language
schlechthin gilt. An das tête-à-tête zweier
Bereiche, in deren Schnittfläche das Anspruchsvolle unterhalten
darf und umgekehrt. Vielleicht aber verbinden wir auch zuallererst
Atmosphärisches: ein Schwarzweißbild, bei dem Jazzkeller
und Kleinkunstbühne verschmelzen, wo das bittersüße
Midnight-Blue-Feeling sich mit der traurig-glücklichen
Melancholie vereint, music between a tear and a smile. Oder
vor unserem inneren Auge entsteht das Bild zusammendriftender
Kontinente, die Welt des amerikanischen Jazz und die des europäischen
Chanson tauschen gimme five und Küsse aus. Für einen
Saxophonisten wie Wirth ist dies keine Bewußtseinsspaltung,
sondern die ureigenste Identität: kulturell ein waschechter
Euro-Amerikaner, ein im Rheinland lebender frankophiler Holland-Fan
aus Süddeutschland, mit einem Ohr in Paris und Berlin,
mit dem anderen in New York. Und spätestens hier wird
deutlich, daß JAZZCHANSON viel zu persönlich ist,
um ein Etikett zu sein. Der vermeintliche Aufkleber löst
sich und fällt hinunter. Endlich.
|
| |
 |
 |
1997
Mythos
Stephan-Max Wirth Quartett
(BOS.REC)
Stephan-Max Wirth, ts/voc
Martin Speight, p
André Nendza, b
Christoph Hillmann, dr
|
| |
1. Einleitung (Kann denn Liebe...)
(Brühne) 2. Kann denn Liebe Sünde sein? (Brühne)
3. Ich weiß nicht zu wem ich gehöre (Hollaender)
4. Nasse Lyrik (Milan) 5. Im Mai, da sind die Frauen nicht treu
(Jary) 6. Mit in Zöpfen geflochtenen Wimpern (Wirth) 8.
Ich brech die Herzen der stolzesten Frau`n (Brühne) 9.
Die Moritat von Mackie Messer (Weill) 10. Haben Sie schon mal
im Dunkeln geküsst? (Jary) 11. Der Wind hat mir ein Lied
erzählt (Brühne) |
| |
Diese CD ist über den Vertrieb Jaro Medien GmbH bestellbar
unter: http://www.jaro.de/ |
| |
Liner Notes Mythos von Karsten
Mützelfeld
Der Druck etwas Eigenes darzubieten, Originalität
nicht nur im Munde zu führen, ist im Jazz ohnehin schon
groß genug. Und in einer zunehmend schnelleren Zeit
scheint auch die öffentliche Erwartung des Neuen, der
steten Abwechslung eine weitere "Belastung" mit
sich zu bringen. Mehr denn je zuvor suchen die Improvisatoren
ihr Glück in übergeordneten Ideen. Der Ton allein
macht (schon lange) nicht (mehr) die Musik, seine konzeptionelle
Verpackung ist´s, die zählt. Warum also nicht
"einfach" ästhetisch vor der eigenen Tür
kehren, das Eigene dort suchen, wo es vielleicht am ehesten
seine Keime hat - im Nährboden der "eigenen"
Kultur? Warum nicht z.B. im mächtigen Repertoire-Fundus
von Hollaender, Jary, Weill & Co, in den Songs der Dietrich
und der Leander wühlen anstatt einen weiteren Tropfen
im anhaltenden Tantiemen-Regen über die Erben von Gershwin,
Porter & Co bilden? Leichter gesagt als getan, denn
schließlich liegt das vermeintlich Nahe ausgesprochen
fern - und nicht nur im zeitlichen Sinne...
Dennoch: immer mehr einheimische Musiker, Bands und Projekte
versuchen, ihre Wurzeln einmal nicht in den Sümpfen
um New Orleans und in den Kellern von New York aufzustöbern.
Ob nun Ekkehard Jost oder Siggi Busch, Dieter Ilg oder die
Fun Horns, Till Brönner oder Dirk Raull - sie alle
gruben jüngst im Humus der klingenden Erdscholle -
und sind fündig geworden. Nicht alles ein Schatz, auf
das sie stießen aber allenthalben brauchbares Material.
Nun hat sich Stephan-Max Wirth auf den Weg gemacht, sich
auf Spurensuche begeben. Auch er entdeckte - wie sollte
es anders sein - das Urheberdenkmal für Mackie Messer
- eine Figur, die - zugegebenermaßen - nicht nur die
singende Jazzfraktion aller Länder, sondern selbst
der namenlose Hotelbarpianist in Shanghai einen "alten
Bekannten" nennt. Doch dem Tenoristen geht es um mehr
als nur um das Verjazzen von nichtjazzigem Liedgut. Wenn
Wirth etwa selbst singt, dann keineswegs mit der Zweitstimme
eines fingerschnippenden Vokalisten. Ihn interessiert weniger
die Tradition swingender Phrasierung und thematischer Variation.
Stattdessen lenkt er völlig unpretäntiös
und ohne Standardvibrato die Aufmerksamkeit auf das, worum
es den damaligen Komponisten, Textern und Interpreten vor
allem ging; um die Atmosphäre, die von unnötigem
musikalischen Beiwerk befreite Poesie, um das Wort...
Und diese Haltung im Umgang mit dem Material bestimmt
alles weitere: da wird eben nicht jeder Song in altbekannter
Manier auf seine harmonische und formale (und durchaus austauschbare)
Struktur reduziert, um dann darüber - Historie, ade!
- eine Soloimprovisation an die andere zu reihen. Vielmehr
dient die Vorgabe als Inspirationsquelle, als spiritueller
(keine Angst!) Leitfaden für eine moderne Aneignung.
Doch bei aller Geschlossenheit des Albums "Mythos"
ist nicht der bedeutungsschwangere Versuch, Vergessenes
und womöglich Verdrängtes aufzuarbeiten. Das Konzept
erweist sich als roter Faden, der sich durchs Innere zieht,
nicht als äußere Verkleidung, die die eigene
Substanz zudeckt. So, wie das Programm für sich stehen
kann, kann es auch die Musik, gespielt von einem formidablen
Quartett.
Karsten Mützelfeldt (Autor/Moderator von in DLF, WDR
und DW, Mitarbeiter von "Jazz-Thing") in der Linernote
zu MYTHOS, 1997
|
| |
 |
 |
1996
Live at the Half Note
Jazz Club Athens
Stephan-Max Wirth Quartett
(BOS.REC)
Stephan-Max Wirth, ts
Martin Speight, p
Lucien Matheeuwsen, b
Yury Yeryomin, dr
(sold out)
|
 |
1995
JA Walk In The Dark
Stephan-Max Wirth Quartett
(BOS.REC)
Stephan-Max Wirth, ts
Martin Speight, p
Lucien Matheeuwsen, b
Yury Yeryomin, dr
(sold out)
|
| |
1. Fritzewitz The Frogman (Martin
Speight) 2.What A Night (Wirth) 3.Can´t You See (Wirth)
4.Hand Of Fate (Wirth) 5.Y Todavia La Quiero (Henderson) 6.
Slightly Blue (Speight) 7.Brother (Wirth) 8. Cross Country (Speight)
9. Remember September Romober October (Wirth) |
| |
Liner Notes A Walk In The Dark
von Stephan-Max Wirth
I’m very proud to present my new CD with such wonderful musicians
as Martin Speight, Lucien Matheeuwsen and Yuri Yeryomin.
Due to his energetig style and the incredible amont of pleasure
he seems to get from playing Jazz, Yuri Yeryomin who was already
featured on my trio-CD “the niose of starlight” has become
almost inexpendable to me.
In Lucien Matheeuwsen I have found a bass-player, whose years
of on-stage experience and humour come into their own right
on these recordings. Just listen to the way he communicates
with Yuri. When I decided to found a quartet it was clear
to me, that Martin Speight woud have to be the pianist. In
all the years I have worked together wirh him I have come
to value his musical sensibility and his friendship.
During the last few month numerous concerts performed in this
line-up have already shown, that the decision to select these
musicians was absolutely correct.
This CD is dedicated to my brother Andreas.
Pressestimme von Manfred
Schneider (Accent)
Eingängig, gefühlvoll und dennoch mit einer gehörigen Portion
Be-Bop-Bodenständigkeit ausgestattet sind die Eigenkompositionen
des Tettnanger Saxophonisten Stephan-Max Wirth. Sein Jazz
von heute ist einem breiten Publikum zugäglich und extrem
hörbar.
Studiert hat Wirth in Holland. Dort lernte er den einfallsreichen,
energiegeladenen Drummer Yuri Yeryomin aus St. Petersburg
kennen und die harmonisch-tiefen Saiten Lucien Matheeuwsens
schätzen. Im englischen Pianisten Martin Speight fand er das
eeeignete Bindeglied, um das Quartett zu vervollständigen.
Die prickelnde Mixtur ihres musikalischen Spaziergangs reicht
vom baladesk-geflüsterten Titelstück ihrer zweiten CD über
witzige Anspielungen in “Remember September, Romober October”
bis zu heftigen Be-Bop-Standarts mit einem kräftigen Schuss
Joe Henderson. Ihr Repertoire kennt vieles, aber keine Langeweile.
Und wer bisher nicht auf den Geschmack des Reizes von akustischem
Jazz gekommen ist, hat hier die Gelegenheit, dies nachzuholen.
|
| |
 |
 |
1993
The Noise Of Starlight
Stephan-Max Wirth Trio
(BOS.REC)
Stephan-Max Wirth, ts
Jan Keller, b
Yuri Yeryomin, dr
Guest: Martin Werner, git
(sold out)
|
| |
1. Beautiful Women 2. Birch Bark
Beetle 3 Impossible Undertaking 4. Leon´s Blues 5.The
Noise Of Starlight 6.Wasting Energy 7.Take Me Or Leave Me 8.Some
Good Manners Of A Rowan Tree 9.Beautiful Women (Soloversion)
all compositions by Stephan-Max Wirth, exept 4. by Jan Keller |
| |
Pressestimme von Thomas Fritz
(Mambo)
Sommer. Stockholm-City. Die Läden sind schon zu, die
Straßen leer. Eine vom Hafen her wehende Brise vermischt
sich mit dem Klang eines Saxophons. Meine Augen gehen nach
oben. Am Eingang einer Kaufhalle steht ein junger Mann und
bläst seine Wehmut in seine Kanne. Schnitt. „Beautiful
women“, das erste Stück der Debüt-CD von
Stephan-Max Wirth lächelt aus meinen Lautsprechern.
Der 26jährige wollte es wissen und produzierte diese
CD auf eigene Faust, was nicht nur deshalb als Wagnis betrachtet
werden kann. Nein, die Musik -Jazz- und die Besetzung Saxophon
– Kontrabaß – Schlagzeug sind Garanten
dafür, daß dies keine Angelegenheit für
die Charts wird. Aber eines vorweg, eine Sache für
Ohren, die auch gerne mal Ausflüge in etwas fremdere
Gefilde riskieren.
Mit dem Berliner Jan Keller am Baß und dem in Holland
lebenden Leningrader Yuri Yeryomin am Schlagzeug, der unter
anderem schon mit Leuten wie Billy Taylor und Pat Metheny
tourte, hat Wirth zwei Musiker an Land gezogen, die es aufs
Feinste verstehen, seine Musik zu interpretieren. Ob beim
bedächtigen „Impossible undertaking“, beim
swingenden „Leon´s blues“ oder beim bouncenden
„Wasting energy“, die beiden bilden durch ihr
sensibles Zusammenspiel den rhythmischen Boden, auf dem
sich Wirth mit seinem Tenorsaxophon auf sehr emotionale
Weise austobt: schreit, flüstert, Kapriolen schlägt.
Besonders Yuri Yeryomin besticht durch eine unglaublich
subltile Behandlung seines Schlagwerks, indem er sich zu
jeder Zeit auf das Spiel seiner Mitmusiker einläßt.
Wie schwer es ist, in einer Besetzung ohne Akkordinstrument
zu spielen - an dieses Vorhaben wagen sich ansonsten nur
Größen wie Marsalis oder Engstfeld - zeigen die
beiden Nummern, bei denen der Gitarrist Martin Werner mitwirkt.
Hier wird nämlich sofort deutlich, was es heißt,
das raumklangliche Empfinden konventioneller Ohren zu befriedigen.
Trotzdem, alles in allem handelt es sich bei dieser Produktion
um modalen Jazz mit strukturierten Themen, der bis auf ein
paar sich reibende Momente Ruhe, Ungezwungenheit, Wärme
und einen Hauch Melancholie ausstrahlt und jedem jazzinteressierten
Hörer in irgendeiner Weise Zugang verspricht.
Hoffentlich wird Ihm Aufmerksamkeit geschenkt, dem Ruf
des jungen Saxophonisten. The noise of starlight.
|
| |
 |
|